100 Raritäten (1): „Verlorene Gespielen“ von Franz Hessel

Das Projekt 100 Raritäten kann nur mit einem Werk eines meiner Lieblingsautoren beginnen: Franz Hessel (1880-1941), Romancier, Lektor, Feuilletonist. Franz Hessel ist der Jules in Truffauts berühmter Romanverfilmung Jules et Jim und der Vater von Stéphane Hessel („Empört Euch“).

Verlorene Gespielen war Hessels erstes Buch, ein Band Gedichte, stark beeinflusst von Stefan George, erschienen 1905 in vermutlich 1.000 Exemplaren. Hessel lebte damals in einer legendären Schwabinger Ménage-à-trois mit der Grande Dame der Münchner Bohème, Franziska zu Reventlow, und einem später in den USA verschollenen Geliebten.

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Jugendstil-Lyrik zwischen Schwüle und Schwermut.

Von der Erstausgabe existieren wohl nur noch ganz wenige Exemplare – mir sind tatsächlich nur zwei bekannt. Beide wurden 1998 im Literaturhaus Berlin sowie im Schiller-Nationalmuseum Marbach ausgestellt, meines ist im Katalog der Ausstellung auf Seite 20 abgebildet.

In den Besitz des Buches gelangte ich 1995, als mich ein befreundeter Antiquar noch vor Erscheinen seines Kataloges anrief und mir das Buch nach weinseligen Verhandlungen in seinem Kreuzberger Lager für 300,- DM überließ. Seitdem habe ich kein Exemplar mehr im Handel gesehen.

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